Infos und Tipps I. Wie bestehe ich die schriftliche Steuerberater-Prüfung? | 1. Timeline, Kosten

Dieses Thema im Forum "Wie bestehe ich die Steuerberaterprüfung?" wurde erstellt von Münchner Kindl, 6 Februar 2019.

  1. Münchner Kindl

    Münchner Kindl Tutorin und Forenadmin

    Ort:
    München
    Studiengang:
    M.Sc. Wirtschaftswissenschaft
    ECTS Credit Points:
    120 von 120
    Ich habe die schriftliche Steuerberaterprüfung im Oktober 2018, und die mündliche am 4. Februar 2019 in München bestanden, aber der Weg dahin war lang (seit 2012) und nicht ganz billig.

    Timeline:
    • 1993 - 1997 Studium TU München, Dipl.-Ing., Note 1,6. Dann gearbeitet als Ingenieurin.

    • 2012 - 2014 FernUni Hagen, B.Sc. Wirtschaft, Note 2,2. Ca. 3.500€ inkl. Bücher, Porto, Reisen
    • 2014 - 2015 FernUni Hagen, M.Sc. Wirtschaft. Note 1,9. Ca. 2.500€ inkl. Bücher, Porto, Reisen

    • Juni 2014 - Mai 2016 2 Jahre praktische Tätigkeit in Steuerkanzlei.
      Bedingung für Zulassung zur StB-Prüfung gem. § 36 (1) S. 2 2. HS StBerG


    • 2017 Motto: "Steuern, was ist das?"
    903,59€ Gesamtkosten Übergangszeit 2017
    • Abo Zeitschrift "Steuer+Studium" + Steuer-Repetitor (Ausbildungstarif): 223,20€
    • weiterlaufende Beck Ergänzungslieferungen, WLW Griffregister-Ergänzugslieferungen, Lehrbücher: 480,39€
    • Zulassungsgebühr Steuerberaterkammer: 200€

    • 2018 2. Versuch schriftliche Prüfung, bestanden mit 4,0 (bis inkl. 4,5 wird man noch zur mündlichen Prüfung geladen)
    8.405,35€ Gesamtkosten für 2. erfolgreichen Versuch schriftliche und mündliche StB-Prüfung im Jahr 2018 und 2019
    • BMF-Handbücher (Ersatz für 3 Beck'sche Backsteine): 95,05€
    • Erbschaftsteuerrecht (Gesetze + Richtlinien), 16,90€
    • 3. Beck'scher Backstein (nur für Erlasse zu ErbStG): Steuererlasse, 39€
    • BGB, HGB, Aktuelle Wirtschaftsgesetze, 22,20€
    • Abo Zeitschrift "Steuer+Studium" + Steuer-Repetitor (Ausbildungstarif): 223,20€

      bis 30. April 2018........Zulassungsgebühr Steuerberaterkammer: 200€
      bis 31. Juli 2018..........Prüfungsgebühr Steuerberaterkammer: 1.000€

      21.5 - 19.8.2018..........Endriss Tageskurs (64 Tage Präsenzkurs), Einführungsangebot München 2.500€ (statt 4.590€)
      20.8 - 13.9.2018..........Endriss Klausurenkurs (18 Tage, 18 Klausuren), 10% Rabatt da schon Tageskurs bei Endriss: 1.782€
      28 - 30.9.2018.............Knoll Probeexamen (3 Tage), 390€
      9 - 11.10.2018.............Schriftliche StB-Prüfung

      Okt. - Dez. 2018..........Knoll Fernkurs mündl. Prüfung, nur mit dem bekommt man aktuelle Protokolle der mündl. Prüfung, 590€
      3.11.18 - 5.1.2019......Endriss Präsenzkurs mündliche Prüfung (8x samstags), 10% Rabatt: 553,50€
      5.1.2019......................Brief Steuerberaterkammer mit Ergebnis schriftl. und Ladung zur mündl. Prüfung
      11 - 14.1.2019.............Endriss Prüfungssimulation (3 Tage), 10% Rabatt: 355,50€
      18 - 20.1.2019.............Knoll Blockseminar mündliche Prüfung (3 Tage), 390€
      4.2.2019......................Mündliche Prüfung bei der Steuerberaterkammer München, bestanden

      6.2.2019......................Führungszeugnis Typ "O",13€, 1-2 Wo. Mit EU-Staatsangehörigkeit braucht man ein "Europäisches Führungszeugnis Typ O", d.h. mind. 6 Wo.
      6.2.2019......................Beglaubigungen Dipl.-Ing., B.Sc. und M.Sc.-Zeugnisse, 25€. 5€/Zeugnis

      11.4.2019..................Bestellung als Steuerberaterin. Gebühr Bestellung Steuerberaterkammer, 210€
      Bestellungsurkunde, anonymisiert.png

    ab Bestellung
    (falls man selbständig ist):
    • ca. 550€/Jahr Berufshaftpflichtversicherung, mit 1 Mio€ Versicherungssumme, Selbstbehalt max. 1.500€, §67a (1) Nr. 2 StBerG iVm §52 (1) DVStB (Quelle)

    • 384€/Jahr Kammerbeitrag (Quelle). Auf der Rückseite vom Kammerbeitragsbescheid steht, wann man - auf Antrag - weniger bezahlt, nämlich bei geringem Einkommen in den beiden Vorjahren.

    • mind. 2.990,40€/Jahr: Pflichtbeitrag zur Bayerischen Rechtsanwalts- und Steuerberaterversorgung, mindestens gem. §19 I Satz 4 BRAStV-Satzung:
      RV-Satz * 1/5 * BeitragsbemessungsgrenzeRV
      = 18,6% * 1/5 * 6.700€ = 249,24€
      wird abgerundet auf 249,20€/Monat Grundbeitrag (in 2019, gem. Beitragsrundschreiben)
      --> 2.990,40€ pro Jahr
      Auf Antrag gem. §20 I BRAStV-Satzung zahlt man als Selbständiger in den ersten 4 Gründungsjahren auch nur den Grundbeitrag von 249,20€/Monat (in 2019, gem. Beitragsrundschreiben), auch falls der eigene Gewinn über 1.340€/Monat liegt.

    • falls man gesetzlich krankenversichert ist, sollte man darauf abzielen, parallel zur Rente aus der BRAStV noch eine gesetzliche Rente aus der DRV zu beziehen, und notfalls freiwillig Monate nachzahlen, um auf die 60 Mindestbeitragsmonate für eine gesetzliche Rente zu kommen. Zur Zeit "kostet" ein Rentenmonat 83,70€ (= 18,6% RV-Beitrag * 450€ Minijobniveau): https://www.deutsche-rentenversiche...reiwillig_rentenversichert_ihre_vorteile.html

      Der große Vorteil ist, daß jemand, der eine gesetzliche Rente bezieht (und sei sie auch noch so klein), Pflichtmitglied der KVdR wird, wenn man mind. 90% der 2. Hälfte des Berufslebens (Ende Berufsleben ist der Antrag auf die gesetzliche Rente) in der gesetzlichen Krankenversicherung war (via Familienversicherung gilt auch). In der KVdR zu sein bedeutet, daß man ab Bezug der gesetzlichen Rente nicht mehr wie vorher als freiwilliges Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung Beiträge auf alle seine Einkünfte zahlt, sondern nur auf alle Renten (zur Zeit KV 7,3% auf die gesetzl. Rente, KV 14,6% auf alle anderen Renten wie z.B. die BRAStV-Rente) und auf eventuell noch vorhandene nebenberufliche Einkünfte aus selbständiger Arbeit (zur Zeit KV 14,6%). Nebenberuflich sind Einkünfte, wenn man nicht mehr als 20 Stunden die Woche arbeitet, plus ein paar andere Bedingungen. Aber auf die Posten "Einkünfte aus Kapitalvermögen" und "Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung" zahlt man dann ab Bezug der gesetzlichen Rente mit gleichzeitiger Mitgliedschaft in der KVdR, keine KV und PV mehr.
      Disclaimer: Das ist die nur meine Interpretation der gesetzlichen Lage, man sollte sich darüber sowieso persönlich kostenlos bei der DRV beraten lassen. Und vor allem: bis wir in Rente gehen, kann sich da noch viel ändern!
      Aber ich werde mir die fehlenden Monate zu den 60 Mindestbeitragsmonaten bei der DRV kaufen, sicher ist sicher.

    • kostenloses Business-Konto bei der DKB für Steuerberater: https://www.dkb.de/geschaeftskunden/branchen/freie_berufe/

    Und jetzt die Details - das wird ein langer Erfahrungsbericht ;-)



    Es geht hier weiter mit dem Erfahrungsbericht:
    I. Wie bestehe ich die schriftliche Steuerberater-Prüfung? | 2. Empfehlung: Präsenzkurs

    IMG_20190208_114534.jpg
     
    Wolf, MiaMaria, Kiwi1979 und 13 anderen gefällt das.
  2. Meinen vollen Respekt!! Das nenne ich mal "sich durchbeißen". Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung. :belehren:
    Ich kenne viele Volljuristen, die durch die Prüfung gefallen sind und dann irgendwann aufgegeben haben.
     
    Münchner Kindl gefällt das.
  3. Pusheen

    Pusheen

    Hochschulabschluss:
    Bachelor of Laws
    Studiengang:
    Erste Juristische Prüfung
    2. Studiengang:
    Master of Laws
    ECTS Credit Points:
    0 von 90
    [​IMG]
    OMG...
    Alle Hochachtung, Frau Steuerberaterin!!! :thumbsup:
     
  4. Piwi

    Piwi

    Studiengang:
    Bachelor of Laws
    2. Studiengang:
    Erste Juristische Prüfung
    WOW! Herzlichen Glückwunsch! :like:
     
  5. Knirin

    Knirin

    Ort:
    Großraum München
    Hochschulabschluss:
    Bachelor of Engineering
    Studiengang:
    M.Sc. Wirtschaftswissenschaft
    ECTS Credit Points:
    90 von 120
    Uff... herzlichen Glückwunsch!! :thumbsup::thumbsup:

    Und vielen Dank für deine ausführlichen Berichte!
     
  6. Super herzlichen Glückwunsch!!! :like:
    Mich hat es schon immer interessiert, was das ganze kostet. :perfekt:
     
  7. Duti

    Duti

    Hochschulabschluss:
    Diplom-Kauffrau
    Studiengang:
    Bachelor of Laws
    ECTS Credit Points:
    80 von 210
    Respekt! Und viel Spaß mit der neuen Aufgabe:perfekt:
     
  8. Joco

    Joco

    Ort:
    Hagen
    Hochschulabschluss:
    Diplom-Kaufmann
    Studiengang:
    Bachelor of Laws
    Herzlichen Glückwunsch!!
     
  9. Mustermann85

    Mustermann85

    Hochschulabschluss:
    Bachelor of Science
    Studiengang:
    M.Sc. Wirtschaftswissenschaft
    Respekt!
    Aber wie schafft man den M.Sc. an der FUH innerhalb von 1 bis 2 Jahren (2014 bis 2015)... :-)
    Nicht schlecht... :-D
     
  10. Münchner Kindl

    Münchner Kindl Tutorin und Forenadmin

    Ort:
    München
    Studiengang:
    M.Sc. Wirtschaftswissenschaft
    ECTS Credit Points:
    120 von 120
    Indem man im Wintersemester 2013/14 die Bachelorarbeit schreibt, und dann gleich am Ende des WS 2013/14 noch die Prüfungen für vier Module für den Master (die aber thematisch zusammenpaßten, also gab es Synergieeffekte ;-)) schreibt:
    Hätte auch nicht gedacht, daß es auf Anhieb klappt, da ich die Bachelorarbeit am 28. Januar eingereicht hatte, und die Prüfungen für die ersten 3 Module schon am 14. März waren, und für Rechnungslegung am 26. März, aber irgendwie es hat doch geklappt ;-)

    Außer um die Einsendearbeiten in den Modulen bearbeiten zu können (und da habe ich einfach geziehlt nach der Lösung gesucht, nicht den Stoff gelernt), hatte ich die Skripte auch nicht vor dem 29. Januar aufgeschlagen.
    Hat aber wohl nur funktioniert, weil die 4 Module inhaltlich so nah zusammenlagen, halt 4 Module von Prof. Meyering (in Rechnungslegung auch 50% Prof. Brösel).
     
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  11. Leroda

    Leroda

    Ort:
    Rhein-Sieg-Kreis
    Studiengang:
    Bachelor of Laws
    ECTS Credit Points:
    110 von 210
    Herzlichen Glückwunsch!!!!
     
  12. Hey,

    herzlichen Glückwunsch!!!
    Das hast Du toll gemacht!! (y) (y)

    Und vielen lieben Dank für Deinen ehrlichen & offenen Bericht, der anderen KommilitonInnen sehr weiterhelfen kann! :-)
     
  13. Patrick089

    Patrick089

    Studiengang:
    M.Sc. Wirtschaftswissenschaft
    Vielen Dank für den tollen Bericht und herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung. Da ich beruflich gerne einen ähnlichen Weg einschlagen will, würde es mich interessieren, für wie hilfreich du die vier Meyering-Module für deine spätere zweijährige Tätigkeit als Steuerberatungsassistentin empfunden hast? Dass der Stoff der Stb-Prüfung weit über die im Studium vermittelten Kenntnisse hinausgeht, ist mir klar.
     
  14. Münchner Kindl

    Münchner Kindl Tutorin und Forenadmin

    Ort:
    München
    Studiengang:
    M.Sc. Wirtschaftswissenschaft
    ECTS Credit Points:
    120 von 120
    Die Meyering-Module waren sehr nützlich - aber nicht für die Tätigkeit in der Steuerkanzlei, sondern für die Steuerberaterprüfung selbst.

    Es war schon lustig, in der Prüfung 2016 kam am 3. Tag (Bilanz) eine Teilaufgabe zur Aufnahme eines neuen Gesellschafters in eine Personengesellschaft, die genauso schon in der Meyering-Klausur drankam, und ich saß da drinnen und zerbrach mir den Kopf, wie genau ich die Lösung damals in der FernUni-Klausur gemacht hatte...
    Die schriftliche Steuerberaterprüfung wird eben auch von Professoren gestellt, also kein Wunder, daß da eine Klausur von einem anderen Prof mehr bringt als x Jahre Praxis in einer Steuerkanzlei.

    Die Tätigkeit in der Steuerkanzlei hatte einen ganz anderen Fokus - eine sehr eng gesteckte, repetitive Tätigkeit, die aber unter einem enormen Zeitdruck gemacht werden muß.
    In der freien Natur begegnet man eben einfach nicht all den vielen Sonderfällen, die man für die StB-Prüfung können muß.

    Das schwierigste an den 2 Jahren war, die DATEV-Software auszutricksen, damit sie das macht, was ich von ihr wollte und was sie eigentlich tun sollte, damit ich am Ende das Richtige in den Steuerformularen (und vor allem in der elektronischen Bilanz) stehen hatte - und da hatte ich den Vorteil, zu wissen, wie Programmierer denken, da ich selber eine bin.
    Ohne das hätten mich die Bugs in dieser Software an den Rand der Verzweiflung gebracht.
    Auch vom Standpunkt der Usability liegt DATEV weit hinter dem zurück, was in anderen Bereichen normal ist - es fühlte sich wie 20 Jahre alte Software an.
    Und für das verlangt DATEV 2.000€ im Monat - nett ein Quasi-Monopol zu haben...
    Es liegt da einiges im Argen.

    Ein weiteres Problem ist, daß die Leute, die am meisten praktische Erfahrung haben (davon waren einige bei mir im Tageskurs) und die ausgezeichnete Steuerberater abgegeben hätten, nicht durch die schriftliche Prüfung kommen. Denn in der schriftlichen Prüfung zählen allein Klausurerfahrenheit, Anzahl der geübten Klausuren (damit man den "Typ" der Aufgabe sofort erkennt) und schnell schreiben können, und nicht die Fähigkeit, dem Mandanten helfen zu können.
    Weswegen auch viele Leute aus den Audit-Abteilungen der Big 4, die nie im ihrem Leben etwas mit Einkommensteuer zu tun hatten, trotzdem die StB-Prüfung bestehen. Für sie ist das nur eine Etappe zum Wirtschaftsprüfer - als StB müßen sie in der WP-Prüfung weniger Klausuren schreiben.

    In der mündlichen Prüfung hingegen zählt wieder die Praxiserfahrung, aber leider kommen die guten Praktiker gar nicht so weit.
     
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  15. Patrick089

    Patrick089

    Studiengang:
    M.Sc. Wirtschaftswissenschaft
    Vielen Dank auch für diesen Beitrag! Ich selbst schließe den Master mit Abgabe der Arbeit Ende August ab, möchte dann bei einer Steuerkanzlei einsteigen und plane, zwei Jahre später im Oktober die Prüfung zu schreiben. Für wie realistisch oder ambitioniert hältst Du diesen Plan? Da ich zwingend die zweijährige Berufspraxis benötige, könnte ich mich vorher ja nicht ein paar Wochen freistellen lassen... Aber wenn ich wirklich zwei Jahre vorher mit dem Lernen begönne? Wäre das dann aus Deiner Sicht machbar oder sollte ich doch besser drei Jahre nach dem Masterabschluss anvisieren?

    (Ist natürlich eine im hohen Maße subjektive Einschätzung, aber mich würde trotzdem sehr interessieren, wie Du das siehst).
     
  16. Münchner Kindl

    Münchner Kindl Tutorin und Forenadmin

    Ort:
    München
    Studiengang:
    M.Sc. Wirtschaftswissenschaft
    ECTS Credit Points:
    120 von 120
    Du weißt aber schon, daß - solange man später den Master bekommt - die 2 Jahre ab Zeugnisdatum des Bachelors gelten?
    Siehe §36 (1) StBerG:
    "Zeiten der praktischen Tätigkeit werden berücksichtigt, soweit sie nach dem Erwerb des ersten berufsqualifizierenden Abschlusses liegen."​

    Also hindert dich nichts daran, jetzt schon 16 Stunden die Woche in einer Steuerkanzlei zu arbeiten, das reicht vollkommen, siehe §36 (3) StBerG:
    "(3) Die in den Absätzen 1 und 2 geforderte praktische Tätigkeit muss sich in einem Umfang von mindestens 16 Wochenstunden auf das Gebiet der von den Bundes- oder Landesfinanzbehörden verwalteten Steuern erstrecken."​

    Dann aber auch auf jeden Fall im Jahr vor der Prüfung im Juni mit einem Samstagspräsenzkurs anfangen.
     
  17. Patrick089

    Patrick089

    Studiengang:
    M.Sc. Wirtschaftswissenschaft
    Jap, das ist mir bekannt, kommt für mich aber aus persönlichen Gründen derzeit nicht in Betracht.

    Aber einen reinen Fernlehrgang kannst du nicht empfehlen?
     
  18. Münchner Kindl

    Münchner Kindl Tutorin und Forenadmin

    Ort:
    München
    Studiengang:
    M.Sc. Wirtschaftswissenschaft
    ECTS Credit Points:
    120 von 120
  19. Baselena

    Baselena

    Studiengang:
    B.Sc. Wirtschaftswissenschaft
    Mal eine andere Frage, hoffentlich nicht zu persönlich: wie kommt man denn als Ingenieurin nach so vielen Jahren dazu, plötzlich Steuerberaterin werden zu wollen? Und ich nehme an, dass du jetzt auch als solche arbeitest?

    Aber auf jeden Fall großen Respekt vor deiner Leistung!
     
  20. Münchner Kindl

    Münchner Kindl Tutorin und Forenadmin

    Ort:
    München
    Studiengang:
    M.Sc. Wirtschaftswissenschaft
    ECTS Credit Points:
    120 von 120
    Steuern waren immer schon mein Hobby, also habe ich gedacht, ich mache das Hobby zum Beruf :-)
     
  21. Glückwunsch zur bestandenen Prüfung und vielen Dank für deine tollen und hilfreichen Erfahrungsberichte! Mir haben sie schon sehr in meinem bisherigen Studium geholfen, da ich auch Steuerberater zum Ziel habe. Mich würde interessieren, ob du Probleme hattest, einen Job zu bekommen? Ich mache mir aufgrund meines Alters Sorgen und weil ich bislang etwas völlig Fachfremdes studiert und gearbeitet habe. Hast du ein Praktikum gemacht?
     
  22. Münchner Kindl

    Münchner Kindl Tutorin und Forenadmin

    Ort:
    München
    Studiengang:
    M.Sc. Wirtschaftswissenschaft
    ECTS Credit Points:
    120 von 120
    Ja, man muß mindestens 2 Jahre praktische Tätigkeit in einer Steuerkanzlei ableisten um zur schriftlichen Steuerberaterprüfung zugelassen zu werden, und zwar mindestens 16 Stunden die Woche (Quelle):
    STBK Muenchen_Zulassungsgrafik_Steuerberaterprüfung.png Eine Stelle für die praktische Tätigkeit zu finden war schwer, das stimmt.

    Ich hätte zu den Big4 gehen können, die hätten mich mit meinem Lebenslauf als Projektmanagerin (Dipl.-Ing mit PMP und allerlei Zertifikaten) mit Handkuß genommen und mich dann in die Unternehmensberatung geschickt - und ich hätte nichts Steuerbezogenes gelernt.
    Die Big4 geben einem immer die Bescheinigung, man hätte Steuerliches in der Zeit gemacht, selbst wenn das gar nicht stimmt, deswegen werden auch so viele Leute aus dem Audit-Bereich der Big4 zur Steuerberaterprüfung zugelassen.

    Aber ich hatte mir in den Kopf gesetzt, in den 2 Jahren etwas zu lernen und zu sehen, wie das echte Leben mit einer kleinen Steuerkanzlei (die ich ja selber nach der Prüfung aufmachen wollte) ist.
    Also habe ich mich auf Stellenangebote auf der Site der StB-Kammer München beworben: https://www.steuerberaterkammer-mue...eigen_einsehen/stellenangebote/index_ger.html
    Aber es war immer das gleiche: selbst wenn "Praktische Tätigkeit für die Zulassung zur Prüfung" inserierten, suchten sie in Wirklichkeit jemanden, der langfristig bleibt - im Endeffekt eine Steuerfachangestellte.
    Oder aber, sie suchten einen Kanzleinachfolger, also jemanden, der ihnen die Kanzlei für 800k€ oder mehr abkauft.

    Ich hatte auch hier über das Forum Hilfe, da war jemand mit Kontakt zu vielen Steuerberatern wegen ihres Berufs - sie hat auch versucht, mich zu vermitteln, aber niemand biß an.

    Ich verstehe es irgendwie auch, nachdem ich den Alltag in der Steuerkanzlei erlebt habe und den enormen Zeitdruck dort.
    Da war einerseits ich, die ehrlich wie ich bin immer sagte, daß ich kein DATEV kann (man kam damals nur an die DATEV-Software, wenn man selber Steuerberater war - inzwischen kann man DATEV auch vorher lernen!), und andererseits haben sich wohl alle gedacht:
    "Wer weiß, wie lange ich die anlernen muß, und dann geht sie nach 2 Jahren wieder. Dann nehme ich lieber jemanden, der eine Ausbildung in einer Steuerkanzlei gemacht hat und schon alles kann."

    Daß ich sehr schnell lerne, und mich mit neuer Software zurechtzufinden für mich eine Alltagsaufgabe ist, wollten sie mir nicht glauben - als Nichttechniker hatten sie wohl selber ewig gebraucht um DATEV zu lernen und mußten, sobald DATEV wieder etwas änderte (was sie andauernd machen) immer bei der DATEV-Hotline in Nürnberg anrufen, sonst kamen sie einfach nicht mehr mit der Software zurecht.

    Mein Vater hatte die Idee, mich bei seinem eigenen Steuerberater unterzubringen, aber der hatte absolut kein Interesse, Konkurrenz für seinen eigenen Sohn (der gerade bei ihm eine Steuerfachangestellten-Ausbildung durchlief) zu schaffen.

    Am Ende hat es dann aber doch geklappt - über die Schachmafia:
    mein Vater erzählte einem Schachfreund von meiner Suche, und der wiederum traf zufällig einen befreundeten schachspielenden Steuerberater im Theater und prompt hatte ich eine Stelle!

    Das war das eigenartigste Vorstellungsgespräch meines Lebens - so muß es sein, wenn man die Stelle sicher hat, bevor man überhaupt zum Interview antritt, etwas, das mir noch nie vorher im Leben passiert war!
    Da saß ich nun und versuchte klar all meine Mängel (kann nicht DATEV, kann bisher nur einen schmalen Auschnitt aus dem Steuerrecht, usw.) darzulegen, und der Steuerberater strahlte mich nur an, wischte elegant darüber hinweg und meinte, ich würde all das schon lernen.

    Ich hatte auch all die alten Jahresabschlüsse (Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung) mitgebracht, die ich für meine eigene Firma immer gemacht hatte, um mein Steuerwissen nachzuweisen - er wollte nicht mal reinschauen, er glaube mir das auch so!

    Da er auch Schachspieler (Münchner Meister) war, kam mir zwischendurch der Gedanke, er denke vielleicht, ich würde auch in der Klasse spielen können und er würde mir die Stelle geben, um jemanden zum Schachspielen während der Arbeit zu haben.
    Also habe ich ihm ungefragt proaktiv die Wahrheit gesagt, daß ich das Schach-Gen einfach nicht habe, trotz meiner Abstammung (übrigens von beiden Seiten, das Kind zweier Spitzenschachspieler muß nicht immer selber gut Schach spielen!).
    Hat ihn aber auch nicht abgeschreckt, also war es das nicht gewesen.

    Und je freundlicher und positiver er war, desto mehr versuchte ich den Haken zu finden - so freundlich ist doch niemand im echten Leben?!
    Aber nach 2 Jahren dort - doch, so ist er wirklich, absolut untypisch für einen Steuerberater!

    Und dann nahmen mich der Steuerberater und seine Kanzleipartnerin zum Mittagessen mit und ich hatte eine Stelle für die nächsten 2 Jahre - mit Option auf 3 Jahre, sollte ich den Masterabschluß nicht in den 2 Jahren parallel schaffen, denn falls man nur den Bachelor hat, muß man 3 Jahre praktische Tätigkeit machen.

    DATEV ist übrigens halb so wild, nach einer 1-stündigen Einweisung konnte ich damit arbeiten, und den Rest habe ich mir über die Hilfefunktion und über die gedruckte DATEV-Arbeitsunterlage "Buchführung mit DATEV Kanzlei-Rechnungswesen pro" (wird aber nur an Steuerberater verkauft, die DATEV-Mitglieder sind!) angeeignet.
    Und in der Zeit, in der ich in der Kanzlei war, mußte niemand mehr bei Problemen und Fragen die kostenpflichtige DATEV-Hotline anrufen, sie hatten ja ihre Technikerin in-house ;-)

    Ja, im nachhinein wäre es klüger gewesen, falls ich mir schon vor dem Bachelorabschluß eine kleine Teilzeitstelle in einer Steuerkanzlei gesucht hätte, einfach damit die Leute hätten "testen" können, daß ich eine gute Angestellte abgebe und um Erfahrung mit DATEV zu sammeln.

    Im nachinein ist man eben immer klüger ;-)
     
  23. Wolf

    Wolf

    Ort:
    Münster
    Studiengang:
    B.Sc. Wirtschaftsinformatik
    Wow... Mir war nicht klar, was bis zum Steuerberater alles zu leisten ist! Respekt!:perfekt:
     
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  24. Leilla

    Leilla Tutorin und Forenadmin

    Ort:
    München
    Hochschulabschluss:
    Bachelor of Science
    Du Maschine, irre.. meinen Glückwunsch! Ich hoffe, die ganzen Ausgaben holst du schnell wieder rein :) Gibt es noch ein paar Steuertricks für uns? :D
     
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  25. Münchner Kindl

    Münchner Kindl Tutorin und Forenadmin

    Ort:
    München
    Studiengang:
    M.Sc. Wirtschaftswissenschaft
    ECTS Credit Points:
    120 von 120
    Der beste Steuertipp ist es, überhaupt eine Steuererklärung abzugeben, vor allem wenn man studiert und somit extra Kosten hatte!
    Und selbst wenn man zur Zeit kein Einkommen hat, kann man, wenn das Studium nicht die erste Ausbildung ist, so die Kosten des Studiums as Verlust feststellen lassen, und damit das zu versteuernde Einkommen entweder im Vorjahr oder im Folgejahr senken. Man kann die Verluste auch über mehrere Jahre ansammeln, und erst nutzen, wenn man wieder arbeitet und somit wieder Einkommen hat.


    Und hier einige Sachen, die nicht so viele wissen:

    Tipp 1:
    Wer ein besonders gutes Jahr hatte (als Selbständiger oder als Angesteller mit einem hohen Gehalt, also über der Versicherungspflichtgrenze) und in den Folgejahren weniger Einkommen erwartet, kann, um sein zu versteuerndes Einkommen zu senken, bis zu 2,5 Jahresbeiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sofort im Voraus zahlen und auch sofort im Jahr der Zahlung absetzen.

    Im Gesetz steht das in §10 Absatz 1 Nr. 3 Satz 4 EStG: 4Beiträge, die für nach Ablauf des Veranlagungszeitraums beginnende Beitragsjahre geleistet werden und in der Summe das Zweieinhalbfache der auf den Veranlagungszeitraum entfallenden Beiträge überschreiten, sind in dem Veranlagungszeitraum anzusetzen, für den sie geleistet wurden; dies gilt nicht für Beiträge, soweit sie der unbefristeten Beitragsminderung nach Vollendung des 62. Lebensjahrs dienen;

    Beipiel:
    Wenn also jemand zum Beispiel in 2019 3.600€ für die Kranken- und Pflegeversicherung zahlt, kann er der Versicherung zusätzlich in 2019 noch bis zu 9.000€ (= 2,5 x 3.600€) als Vorauszahlung für die nächsten Jahre überweisen, und diese bis zu 9.000€ senken dann das zu versteuernde Einkommen in der Steuererklärung.


    Tipp 2:
    Und noch ein Schmankerl für Selbständige, die nicht Kleinunternehmer sind aber auch nicht mehr als 61.356 Jahresumsatz (ohne Mehrwertsteuer) hatten (§69 Absatz 3 UStDV), wenig eingekauft haben für ihre Tätigkeit und eine der in der Anlage zur Umsatzsteuerdurchführungsverordnung aufgelisteten Tätigkeiten ausüben.

    Die können nämlich, statt, die echte Mehrwertsteuer aus all den Eingangsrechnungen zu addieren und diese echte Vorsteuer (Mehrwertsteuer, die man zurückbekommt heißt Vorsteuer) zurückzubekommen, einen Pauschalprozentsatz ihres Umsatzes als Vorsteuer zurückbekommen.
    Und das Schönste ist, selbst wenn man das in der Vergangenheit nicht gemacht hat, weil man es einfach nicht wußte, geht das bis zu 4 Jahre rückwirkend, da Umsatzsteuervoranmeldungen und -erklärungen automatisch unter dem Vorbehalt der Nachprüfung stehen, also bis zu 4 Jahre rückwirkend "änderbar" sind.

    Einfach in der Anlage zur Umsatzsteuerdurchführungsverordnung nachschauen, ob Deine Tätigkeit aufgeführt ist, z. B. für Journalisten ist der Prozentsatz 4,8% und für Schriftsteller 2,6%.

    Beispiel:
    Friseur hatte einen Jahresumsatz ohne Umsatzsteuer von 50.000€ (die Mehrwertsteuer, die man einnimmt heißt Umsatzsteuer).
    Er hatte Eingangsrechnungen (z.B. für Shampoo, Kittelreinigung, usw) in denen Vorsteuer (= Mehrwertsteuer, die man gezahlt hat) von insgesamt 1.800€ stand.
    Statt dieser "echten" Vorsteuer von 1.800€, kann er pauschal 2.250€ (= 4,5% x 50.000€) als Vorsteuer zurückbekommen.

    Und wenn in den vergangenen 4 Jahren der Pauschalsatz günstiger als die "echte" Vorsteuer gewesen wäre, kann er den Pauschalsatz auch für diese vergangenen Jahre zurückbekommen.
     
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  26. abilifly

    abilifly

    Hochschulabschluss:
    Master of Science
    2. Hochschulabschluss:
    Bachelor of Arts
    Studiengang:
    M.Sc. Wirtschaftswissenschaft
    ECTS Credit Points:
    120 von 120
    Hi,

    kannst du ein bisschen genaueres darüber erzählen wieviele Stunden pro Woche oder so du dich in etwa mit dem Stoff auseinander gesetzt hast?
    Ich habe im April 2018 mein Masterstudium an der Fernuni abgeschlossen und arbeite nun seit Herbst 2018 vollzeit in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (keine Big 4) und will gern 2010 die Prüfung machen.
    Zurzeit rechne ich hauptsächlich Fälle, habe aber das Gefühl, dass mich die Masse an Stoff erschlägt und ich mir schwer vorstellen kann, dass ich das alles demnächst können soll. Ich hab immer das Gefühl, dass ich zu wenig tue.


    Btw hatte ich keinerlei Probleme eine Anstellung zu finden, jedoch habe ich auch nirgendwo erwähnt, dass ich lediglich meine 2 Jahre vollmachen und mich dann nach hoffentlich erfolgreich absolviertem Examen selbständig machen will. Sondern habe immer so getan als sei es mein größer Wunsch im jeweiligen Unternehmen zu arbeiten. Hatte auch Angebote von den Big4, habe mich aber am Ende für etwas kleineres (rund 300 Mitarbeiter) entschieden. Fand den Jobeinstieg echt angenehm. Liegt aber vielleicht auch am Alter. War beim bewerben noch 27.
     
  27. Münchner Kindl

    Münchner Kindl Tutorin und Forenadmin

    Ort:
    München
    Studiengang:
    M.Sc. Wirtschaftswissenschaft
    ECTS Credit Points:
    120 von 120
    Man braucht hier wirklich einen Kurs, d.h. einen Lehrgangsanbieter, der einem sagt "das ist wichtig" und "das nicht".
    Ohne Prioritisierung kommt man hier nicht durch, diese Stoffmenge ist einfach nicht menschenmöglich komplett lernbar.

    Ich hatte ja den Tageskurs und habe ab Anfang Mai 2018 Vollzeit gelernt.
    Während des Tageskurses war vormittags Unterricht, Hausaufgaben nachmittags, Klausur am Wochenende - ich brauchte für "6-Stunden"-Klausuren oft 12 bis 18 Stunden, das geht aber jedem so am Anfang!

    Während des Klausurenkurses dann Klausuren schreiben und alle so aufgezeigten Wissenslücken schließen.

    Und dann bis zur schriftlichen Prüfung immer noch wild Wissenslücken stopfen und soviele Klausuren wie möglich von anderen Anbietern machen und die "Steuer+Studium" Klausuren und Artikel zur Prüfung durcharbeiten.

    Und all das 7 Tage die Woche, jeden Tag von 8:30 bis ca. 23:30 Uhr, nur mit Essenspausen.

    Im Endeffekt war das wie meine "normale" 2-wöchige Prüfungsmodus-Phase, die ich vor den Fernuni-Klausuren immer hatte (Quelle):
    Aber diesmal mußte ich diese Konzentriertheit 5 Monate durchhalten...

    Das ging auch, aber nur gerade.
    Es ging mir an die Reserven, sowohl körperlich (Schweizer Schoko als Motivation und monatelang am Schreibtisch sitzen hinterlassen nunmal Spuren) als auch geistig (ich hätte nie gedacht, da jemals an meine Kapazitätsgrenzen zu stoßen, aber das deutsche Steuerrecht hat es tatsächlich geschafft, mir diesbezüglich Demut beizubringen).
    Länger hätte es wirklich nicht dauern dürfen.


    Was würde ich anders machen?
    Ich habe mich im nachhinein geärgert, daß ich nicht mehr Druck gemacht hatte bei Endriss, um wirklich alle Skripte im voraus schon im Januar zu bekommen, und nicht nur die Handvoll Skripte, die Endriss mir Anfang Mai zuschickte.

    Habe einen Kollegen im Kurs getroffen, der sie tatsächlich alle seit Januar hatte, aber der hatte den Endriss Geschäftsführer bei einer Infoveranstaltung getroffen, und der hatte ihm das zugesagt - und laut ihm hat nur das Berufen auf dessen Versprechen schließlich gefruchtet, der Endriss-Zuständige wollte sie einfach nicht hergeben, nur der Appell mit "der Chef hat das aber so versprochen" führte bei ihm zum Erfolg.

    Wenn ich die Skripte vorher alle hätte lesen können, wäre der Kurs für mich sicher entspannter gewesen.

    Aber der Klausurenkurs und die Zeit danach bis zur schriftlichen Prüfung wären genauso stressig und gehetzt gewesen - da ich so spät angefangen hatte, hatte ich einfach zu wenig Zeit, um den Stoff "setzen" zu lassen und um durch frühzeitiges Klausurenschreiben Wissenslücken rechtzeitig zu identifizieren und zu stopfen.

    Ich würde Dir deswegen auf jeden Fall raten, einen Präsenz-Samstags- oder -Kompaktkurs zu buchen, also wenn Du 2020 schreiben willst, schon jetzt im Juni 2019 mit dem Kurs zu beginnen.
    Lerne aus meinen Fehlern! ;-) :belehren:
     
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  28. abilifly

    abilifly

    Hochschulabschluss:
    Master of Science
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    Bachelor of Arts
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    M.Sc. Wirtschaftswissenschaft
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    Hi,

    vielen Dank für deine Antwort. 5 Monate Freistellung werden bei mir nur schwer möglich, da ich sonst die Berufserfahrung nicht nachweisen kann. muss eher mit 2-3 Monaten auskommen.
    Ich wohne hier recht ländlich und bis zum nächsten Kurs wären es je nach Verkehr 1:15 bis 1:45 je Wegstrecke im Auto.. Das heißt locker 3 Stunden am Tag. Daher und weil mir Präsenzveranstaltungen und "Zuhören" noch nie so wirklich zugesagt haben, habe ich eigentlich beschlossen mich ohne Kurs vorzubereiten.
    Die Theorie erarbeite ich mir zurzeit ausschließlich mit der wlw Fallsammmlung und den Gesetzen. So hoffe ich schon früh Einblick ins Fälle lösen und auch ein bisschen Routine für die Klausuren zu bekommen.
    Mein Plan war allerdings den ganzen Stoff bis Ende diesen Jahres durchgearbeitet zu haben (anhand der WLW Fallsammlung) , merke aber zurzeit, dass es irgendwie hapert. Ich brauche zu lange pro Skript oder müsste noch mehr Zeit rein investieren.

    Ich hoffe einfach,dass die Prüfung auch für jemanden weniger masochistisch veranlagten Mensch zu schaffen ist. Denn von morgens bis abend nur lernen, das würde ich mir niemals antun. Ich hab Familie und Haustiere. und ein Leben, was ich nicht zur Hölle machen möchte.
     
  29. Münchner Kindl

    Münchner Kindl Tutorin und Forenadmin

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    Das ist sehr ambitioniert.
    Ich brauche jedenfalls ein Lehrbuch - sei es als Buch wie die "grüne Reihe" oder als Skript von einem Lehrgangsanbieter (von dem Knoll Fernkurs rate ich aus eigener Erfahrung aber ab!) - um ein Gebiet systematisch zu erfassen und zu verstehen.
    Denn sehr viel in der Steuerberaterprüfung ist nur durch Systemverständnis zu lösen, und das System versteht man nur, falls man versteht "warum" der Gesetzgeber ein Gesetz so formuliert oder auch geändert hat.
    Also braucht man etwas, um das Drumherum erklärt zu bekommen.

    Endriss (deren Skripte sehr gut sind) hat keinen Fernlehrgang, aber wenn Du mit WLW zufrieden bist, die haben auch einen Fernkurs für 990€, oder vielleicht von GFS für 1.600€ (von GFS hatte ich die Lösungen der Originalklausuren, und sie hatte dazu kleine Theorieskripte mitgeliefert, die wirklich gut waren, knapp und prägnant).
    Aber auf jedem Fall sich vorher ein Probeskript zuschicken lassen, um zu sehen ob der Stil einem auch liegt.

    Das Gesetz alleine ist da etwas dürftig, da es vor allem bei Gesetzänderungen zum Schließen von Gesetzeslücken so generell formuliert ist, daß alle möglichen Fälle abgedeckt werden, aber man kann da nicht mehr herauslesen, welche einzelnen Konstellationen jetzt durch die Änderung verboten werden sollen.
    Aber das ist zur Zeit alles graue Theorie für dich - es kann auch nicht anders sein so früh in der Vorbereitungsphase.

    Ich schlage deshalb folgendes vor:
    Fange jetzt an Klausuren zu schreiben (ehrlich, ohne in die Musterlösung zu schauen), die extern korrigiert werden, z.B. die GFS Basis-Klausuren, und schau mal welche Noten da herauskommen und welche Bemerkungen die Korrektoren Dir reinschreiben.
    Dann hast Du immer noch genug Zeit, um deine Vorbereitungsmethode anzupassen.

    Wenn meine Neigungen in die Richtung gegangen wären, hätte ich die Akademie Henssler gebucht ;-)

    Dort geht es zu wie beim Militär (siehe diesen Erfahrungsbericht), mit "geführten" Pflichtspaziergängen und einem strikten Alkoholverbot (nicht mal alkoholfreies Bier abends im Hotel ist erlaubt - ein Teilnehmer wurde an der Hotelbar mit seinem alkoholfreien Bier gesichtet, am nächsten Tag mußte er gehen, obwohl er anhand der Rechnung nachwies, daß es alkoholfrei war).
    Eine Kollegin aus dem Endriss-Tageskurs war vorher bei Henssler und hatte da einiges zu berichten...

    Ach ja, die täglichen Tests bei Henssler müssen ohne Gesetze geschrieben werden, also muß man die Gesetze auswendig können!
    Das Schönste: man darf nicht mal während des Unterrichts mitschreiben. O-Ton von der Henssler-Webseite:
    "Bei uns gibt es kein Mitschreiben, denn niemand kann zugleich mitdenken und mitschreiben.":haumichwech:

    Und wer gegen eine ihrer vielen Regeln verstößt, oder aufmuckt, wird ohne Vorwarnung aus dem Kurs geworfen.

    Das war bei mir notwendig, da ich erst 5 Monate vor der schriftlichen Prüfung mit der Vorbereitung angefangen hatte.

    Für Dich ist es einfacher, du hast rechtzeitig angefangen, und mußt deswegen nicht so intensiv lernen.
     
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  30. abilifly

    abilifly

    Hochschulabschluss:
    Master of Science
    2. Hochschulabschluss:
    Bachelor of Arts
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    M.Sc. Wirtschaftswissenschaft
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    120 von 120
    Hi,

    Ja also Hensler wäre natürlich noch eine Nummer härter gewesen. Davon habe ich schon so einige Geschichten gehört. Wäre für mich undenkbar und kann mir gar nicht vorstellen, dass es Leute gibt, die dafür auch noch so viel Geld bezahlen um fertig gemacht zu werden.

    Bzgl Vorbereitung : ich hab halt von vielen Leuten gehört dass sie sich viel zu lange mit Skripten und der Theorie rumgeschlagen haben, was ihnen am Ende wenig gebracht, dafür aber umso mehr Zeit gekostet hat.
    Hast du dich nur die 5 Monate vorbereitet? Nichts vorher gelernt? Hab ich bei deinem Erfahrungsbericht irgendwie anders verstanden.

    Ich maches aktuell so, dass ich Fälle rechne und die sehr ausführliche Musterlösung anhand des Gesetzes aufarbeite. Für wichtige Theorie erstelle ich mir selbst Übersichten um nicht den Durchblick zu verlieren. Muss aber sagen, dass ich mich bisher auch nur mit dem Bilanzsteuerrecht befasst habe und mit noch nicht wirklich was anderem. Demnächst steht dann meine erste Klausur an, aber erst mal keine fremdkorrigierte Für einen Klausurenkurs weiß ich noch zu wenig, habe auch gerade erst so wirklich angefangen.
    Hoffe an den Klausuren zu sehen, wos noch hapert. Bin schon gespannt ob ich bisschen was von meiner ersten Klausur gelöst bekomme. Aber denke es ist normal am Anfang erst mal nur 5er und 6er zu schreiben, zumindest ging das all meinen Kollegen so.
     

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