Erfahrung Lehrstuhl Lehrstuhl Univ.-Prof. Dr. Schmerer (Internationale Ökonomie)

Dieses Thema im Forum "Seminare & Abschlussarbeit WiWi Erfahrungsberichte" wurde erstellt von Flubber, 6 April 2016.

  1. Flubber

    Flubber

    Ort:
    Rhein-Main-Gebiet
    Studiengang:
    B.Sc. Wirtschaftswissenschaft
    ECTS Credit Points:
    180 von 180
  2. Carmela

    Carmela

    Studiengang:
    M.Sc. Wirtschaftswissenschaft
    Hallo :-)
    Ich hab meine Masterarbeit am Lehrstuhl Schmerer geschrieben und war ohne jede Einschränkung zufrieden. Nach einem ersten Gespräch haben wir uns auf ein grobes Thema geeinigt (Migration). Da ich bereits Erfahrungen aus meinem Bachelorstudium in Wirtschaftsgeschichte hatte, hatte ich die Möglichkeit, eine empirische Abschlussarbeit zu schreiben. Leider verteilt die FernUni (noch?) keine Lizenzen für STATA, sodass ich mir eine beschaffen musste. Allerdings war mir das das Geld wert, weil mir empirisches Arbeiten unheimlich viel Spaß macht und ich mich nicht auf ein anderes Statistikprogramm umstellen wollte. Mit meiner Betreuerin hatte ich sehr regelmäßig Kontakt, wir haben oft geschrieben und telefoniert - sie war auch sehr flexibel und wir haben auch einige Male am Wochenende telefoniert, weil ich wegen meinem Job unter der Woche oft keine Zeit hatte. Sie hat mir viel geholfen und Tipps und Feedback gegeben und mich darin ermutigt, einige Ideen umzusetzen.
    Alles in allem war es für mich der spannendste, tollste, interessanteste und spaßigste Teil an meinem Studium (und mit ner 1,0 auch der erfolgreichste), weswegen ich mir jetzt auch Gedanken darüber mache, ob ich nicht wegen einer Promotion anfragen sollte. Das Gutachten, das ich nach der Korrektur erhalten habe, war sehr konstruktiv und ich war mit jedem einzelnen Punkt einverstanden. Am Ende hatte ich dann doch Zeitprobleme weil nach der ganzen Empirie das Runterschreiben doch nochmal einiges abverlangt. Dass mir die Kritikpunkte meine 1,0 nicht versemmelt haben, fand ich natürlich super :-)

    Also, jederzeit wieder! Der Prof ist supernett, interessiert und motiviert und ich finde es sehr schade, dass er erst so spät an der FernUni angefangen hat, sonst hätte ich noch einige Module an dem Lehrstuhl belegt. Einmal Steckenpferd, immer Steckenpferd :-)
     
    Antonio gefällt das.
  3. Gibt es weitere Erfahrungen mit den Seminaren an diesem Lehrstuhl?
    - Wie war der Arbeitsaufwand (wieviel Urlaub sollte man sich ca. nehmen?)
     
  4. Sherry84

    Sherry84

    Hochschulabschluss:
    Master of Arts
    Studiengang:
    B.Sc. Wirtschaftswissenschaft
    Carmela ich möchte dieses Semester auch über Aspekte der Migranten schreiben, magst du mir mehr über deine Arbeit und Erfahrungen berichten? das würde mir sehr freuen und hilft mir natürlich viel weiter. wenn Du möchtest können wir auch Telefonaustausch machen.
     
  5. Skyfighter

    Skyfighter

    Studiengang:
    B.Sc. Wirtschaftswissenschaft
    ECTS Credit Points:
    180 von 180
    Servus zusammen :-)

    Da ich gerade eine PN zum Thema Seminar und Bachelorarbeit beim Lehrstuhl Schmerer beantwortet habe, dachte ich ich teile die Info´s auch gleich mal noch Allgemein und mache etwas Werbung für den Lehrstuhl, den ich wirklich super fand.

    Seminar
    Ich habe im WS18/19 am Brexit-Online-Seminar bei Prof Schmerer auf Englisch teilgenommen, es gibt aber glaube ich auch noch ein Vor-Ort Seminar auf Deutsch. Anfangs einfach aus dem Grund, dass ich keine Lust hatte bis nach Hagen zu einem Seminar zu fahren (komme aus München), aber letztendlich war es ein Glücksgriff. Zur Sprache: man sollte Englisch schon sehr gut beherrschen, da wirklich kein Teil auf Deutsch ist. Die Betreuung fand durch eine Italienerin statt, die in London lebt, die Hauptquellen waren auf Englisch und der Vortrag und die anschließende Diskussion waren ebenfalls nur auf Englisch.

    Zum Ablauf:
    Jeder Teilnehmer erhält eine eigene Quelle zum Thema zugewiesen , welche dann bearbeitet wird - heißt, es ist hauptsächlich eine Zusammenfassung dieser Quelle zu der dann selbstständig dazu passende Quellen gesucht werden und diese dann eingebracht werden. Bei mir war das Paper ein technisches Paper, in der mit einer OLS-Regression versucht wurde einzuschätzen, zu wie viel Prozent die ausländischen Direktinvestitionen durch den Brexit einbrechen werden. Die OLS-Regression ist eine Form von Statistik, was ich aber während des Seminars selbst nicht genau verstanden habe, sondern erst während der Bachelorarbeit. Ich habe mich eher auf die Ergebnisse fokusiert, weil die verständlich waren und den empirischen Part eher nur zusammengefasst und bin dann hinten raus eher in die Richtung gegangen, wie aktuell die Zahlen aussehen und wie zum Beispiel PWC die Entwicklungen für die Zukunft auf Basis von Befragungen sieht. Mein Mann hatte zum Beispiel das Thema, wie sich der Brexit auf die Migration auswirkt und hat sich deutlich mehr auf die Hauptquelle fokusiert. Wir beide kamen notenmäßig ziemlich zu dem gleichen Ergebnis. Der Lehrstuhl bietet einem die Möglichkeit in den ersten 5 Wochen nach dem Kick-off einen Draft einzureichen (Kick off war glaub ich 25.Oktober und der Draft konnte bis 3. Dezember eingereicht werden) - das ist keine Pflicht, aber ziemlich hilfreich, denn die Betreuerin hat den Draft schon vor der Präsentation durchgearbeitet und per Mail eine ziemlich ausführliche Antwort geschrieben - also was gut ist, was man noch ändern sollte... Die Präsentation fand dann in der 3. Januarwoche statt und an 4 Abenden fanden jeweils 2-3 Präsentationen hintereinander statt. Keine Video-Präse, sondern nur Ton und die Powerpoint. Im Anschluss an die Präsentation fand dann ca 5-10 Minuten eine kleine Fragestunde durch den Professor statt, aber nichts wildes. Er hatte die Quellen wohl vorher noch nicht gelesen und fand die wohl selbst teiwleise recht spannend. Auch die anderen Zuhörer konnten Fragen stellen. Von der Aufmachung der Arbeit und der Präse ist der Lehrstuhl sehr entspannt. Bei anderen hört man ja teilweise, dass die Frage aufkommt, wie die Wörteranzahl genau gemessen wird, da es Punktabzug gibt, wenn man zu viel hat... All das sieht der Lehrstuhl Schmerer sehr entspannt, sowohl bei der Seminar, als auch bei der Bachelorarbeit. Für ihn ist wichtig, dass es eine saubere Form hat und das der Umfang so halbwegs passt. Er meinte sogar, dass wir bei der Bachelorarbeit auch nur 10 Seiten abgeben könnten, dass könne auch eine sehr gute Arbeit sein - aus der Erfahrung würde er aber sagen, wir sollen uns eher an den Vorgaben orientieren, weil dann tendenziell die besseren Noten rauskommen.
    Am 5. Tag der Woche gab es dann noch einmal eine Möglichkeit mit dem Professor und der Betreuerin noch einmal detailierte Fragen zur Arbeit zu stellen und anschließend wurde angeboten, dass jeder der Interesse hat, auch direkt die BA bei ihm schreiben kann. Haben wir dann auch direkt gemacht.

    Bachelorarbeit
    Themenauswahl
    Zur Bachlorarbeit gibt es einen relativ großen Pool an Themen aus denen man wählen kann. Das ist auch auf der Website des Lehrstuhls zu finden. Zu jedem Thema gibt es 2-3 Beispielquellen, die man verwenden kann. Der Betreuer, diesmal auf Deutsch wobei die BA auch auf Englisch hätte geschrieben werden können, hatte uns dann per Mail kontaktiert und uns empfohlen, uns mal 2-3 Quellen herauszusuchen und für diese dann die Quellen mal zu lesen, um eine Entscheidung zu treffen, was man gerne möchte. Ich fand das Thema Korruption sehr interessant und da gab es den Themenschwerpunkt internationaler Handel und Korruption. Damit bin ich aber dann nicht so gut zurecht gekommen. Da ich aber bei der Seminararbeit schon mit ausländischen Direktinvestitionen zu tun hatte und dadurch darin schon einen Einstieg hatte, habe ich einfach gefragt, ob nicht auch ausländische Direktinvestitionen und Korruption möglich sei und es war überhaupt kein Problem.

    Vorarbeit
    Wenn man sich auf ein Thema festgelegt hat, sollten wir mal einige Quellen sammeln und eine Inhaltsangabe erstellen. Beides wurde dann per Email und in einem Telefonat mit dem Betreuer besprochen (und nein, da muss nichts final sein, es geht eher mal generell darum, dass man nicht auf dem komplett falschen Dampfer ist, denn so übermäßig viel hatte meine finale Inhaltsangabe mit der ersten dann nicht mehr gemein :-)) Der Betreuer hat auch von sich aus noch passende Quellen geschickt, die man vielleicht nicht auf dem Schirm hatte, oder auf die man keinen freien Zugriff im Internet hatte. Wenn das mal alles steht wird man gefragt, wann man genau starten möchte. Wir haben uns dann noch ca 2 Wochen Zeit gelassen, in der wir schon mit der Arbeit gestartet hatten, es aber noch nicht zum eigentlichen Bearbeitungszeitraum gezählt hatte.

    Bearbeitung
    Während der gesamten Bearbeitung konnte man sich immer an den Betreuer wenden und wenn man mal einen Teil geschrieben hatte, konnte man einmalig 2-4 Seiten an den Betreuer zum lesen geben. Er hat auf Basis dieser Leseprobe dann Einschätzungen und Tipps gegeben, oder ob man wie bei mir komplett auf dem falschen Dampfer war :-) Ich habe in meiner Bachelorarbeit selbst einige statistische Regressions-Auswertungen gemacht, hatte aber die falsche Art verwendet (OLS statt Panel). Darauf hat er mich dann zum Beispiel hingewiesen und eben auch gleich gesagt welche andere Art die passende ist, bzw wie ich meine Daten ändern müsste, damit sie zu meinen Auswertungen passen. Allgemeine Fragen oder Hilfestellungen konnte man immer vom Betreuer erbeten, nur die Leseprobe ist eine einmalige Geschichte. Während ich auf die statistischen Auswertungen gegangen bin, ist mein Mann z.B, eher theoretisch geblieben und hat "nur" Auswertungen von Diagrammen gemacht und diese beschrieben (bei ihm ging es um erneuerbare Energien. Also verschiedene Herangehensweisen, je nachdem was einem besser liegt.

    Benotung
    Zur Benotung noch. Wir haben etwas vor dem letztmöglichen Abgabedatum abgegeben - mein Mann 3 Wochen früher und ich 2 Wochen früher. Dadurch waren wir wahrscheinlich mit die ersten, weswegen die Benotung wohl auch so schnell ging. Mein Mann hatte die Ergebnisse 4 Wochen nach Abgabe und ich nach 5. Also alles recht fix und keine elendig lange Wartezeit auf das Ergebnis. Da ich in beiden Arbeiten mit einer 1,0 nach Hause gegangen bin, würde ich sagen, dass die Benotung sehr fair ist, da ich mich jetzt nicht als totalen Überflieger im wirtschaftlichen Arbeiten einschätzen würde, aber sehr viel Mühe und Arbeit in beide Arbeiten gesteckt habe.

    Fazit
    Also ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, wir man die Arbeiten besser betreuen könnte. Es gab qualifizierte Betreuer, die immer ansprechbar waren, es wurde nicht irrsinnig viel Wert auf die genaue Form gelegt was den Druck mit dem Umfang herausgenommen hat und sowohl die Betreuer, als auch der Professor selbst waren alle relativ jung, sehr freundlich und hilfsbereit und auch sehr fair. Ich würde den Lehrstuhl ohne Einschränkungen empfehlen, wenn man halbwegs mit den Themen was anfangen kann. Ich hatte davor noch nie wirklich eine wissenschaftlichen Aufsatz geschrieben (die Facharbeit beim Abitur war wohl das einzige was in die Richtung ging) und hatte bei dem Lehrstuhl eigentlich keine großen Probleme damit.
     
    gcrus gefällt das.

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