Seminar Englisch für Seminar- und Bachelorarbeit

Ich habe das Problem, nur einfaches Schulenglisch zu beherrschen - für tiefgründige Arbeit mit wissenschaflicher Literatur definitiv zu wenig. Da man bei der Auswahl der B-Module vernünftigerweise die spätere Seminar- und Bachelorarbeit im Hinterkopf haben sollte, stellt sich mir die Frage, in welchen Modulbereichen bzw. Lehrstühlen der Fokus nicht auf englischsprachiger Literatur liegt. Wenn man mal die Seminarliste durchgeht, lässt sich meine Frage bei einem Großteil der Lehrstühle schon beantworten. Wie sieht es nun mit jenen aus, die nicht explizit auf die Notwendigkeit guter Englischkenntnisse verweisen und auch keine Literaturangaben machen? Kennt sich da jemand aus - vielleicht sogar, weil er vor demselben Problem steht wie ich? QM/Statistik, Produktionswirtschaft, Marketing ...?

P.S.: Natürlich könnte und sollte ich auch mal schauen, wie sich mein Englisch verbessern lässt. Frage mich überhaupt, wie andere das so gut gelernt haben. Aber ich will jetzt nicht von der eigentlichen Fragestellung abdriften...
 
Also ob man Englisch wirklich mehr oder weniger ausschließen kann, mag ich bezweifeln.

Ich denke unter 1/3 englischsprachiger Literatur wird man wohl nie kommen (ansonsten berichtigt mich bitte).

Aber keine Sorge. Ich hab auch nur ein (mittel)mäßiges Schulenglisch, aber auch damit kann man gut klar kommen.
 
Nun ja, um halbwegs damit klarzukommen, muss ich auf jeden Fall was tun. Immerhin steht ja nicht die Lektüre eines kleinen Trivialromans auf dem Plan. Und selbst im Deutschen liest man doch manchmal den einen oder anderen Satz zweimal, wenn es um einen komplizierten Sachverhalt geht.
Mir fällt soeben die Frage ein, ob vom Prof. angegebene Literatur u n b e d i n g t zu bearbeiten ist, oder ob man diese nicht auch als (ersetzbare) Empfehlung betrachten kann. Schließlich hat man als nur anderthalbsprachiger Deutscher wenigstens das Glück im Unglück, mit einer Muttersprache bedient zu sein, mit der man - wenn auch mit großem Abstand zum Englischen - noch einiges anfangen kann. Also im Grunde genommen gibt es doch zu allem genug deutschsprachige Publikationen(?) Wenn man mal professorale Literaturempfehlungen für einfachste Grundstudiumsveranstaltungen betrachtet (ganz allgemein und nicht Hagen-bezogen), fällt auf, dass auch hier nicht selten x englische Titel aufgeführt werden, obwohl es jeweils ganze Regalreihen (brauchbarer) deutscher Literatur gibt. In diesem Sinne stellt sich bei den Seminarthemen die Frage, ob es tatsächlich nichts Gleichwertiges in deutscher Sprache gibt, oder ob man es schlichtweg mit der Konsequenz zu tun hat, dass Englisch für den Prof. selbstverständliche Zweitsprache und keine Fremdsprache ist, und der daher nicht im Traum auf den Gedanken verfällt, bei der Literaturauswahl zwischen Deutsch und Englisch zu unterscheiden, obwohl dies problemlos möglich wäre.
 
Um englische Literatur rum zu kommen ist bei den meisten Themen eher schwer. Bei meiner SA wäre dies meines Erachtens nach gar nicht gegangen. Es hat sicherlich auch deutsche Quellen gegeben, aber das wären eindeutig zu wenige gewesen... Ein ordentliches Dictionary dazu und man kann sich in die Sprache einfinden (nein, ich bin kein Held bei Fremdsprachen). Meine BA behandelt ein typisch deutsches Thema (Bilanzierung - HGB), da ist schon reichlich was auf deutsch geschrieben worden...
 
Die vom Lehrstuhl angegebene Literatur sollte unbedingt verwendet werden.

1. es könnte als Affront gesehen werden, es nicht zu tun.

2. in der Regel soll man sich auf die Urheber beziehen und die haben vornehmlich in Englisch publiziert. Die deutsche Literatur ist dann meist nur Sekundärliteratur.

3. die Lehrstühle haben sich schon was bei der angegebenen Literatur gedacht.
 
Genau dieser Frage habe ich mich auch gestellt. Mein letztes Englisch war in der 10. Klasse, ich hatte kein Abitur und in der Berufsschule hatte ich noch nicht einmal Englisch (bzw. wenn dann nur ein Jahr), was ich sehr schade fand. Also war mein Englisch auch 14 Jahre eingerostet.

P.S.: Natürlich könnte und sollte ich auch mal schauen, wie sich mein Englisch verbessern lässt. Frage mich überhaupt, wie andere das so gut gelernt haben. Aber ich will jetzt nicht von der eigentlichen Fragestellung abdriften...

Ich hatte auch überlegt, erst mein Englisch aufzubessern, hatte jedoch nicht mehr genug Elan neben Arbeit, Studium und Privatleben noch Englisch-Kurse zu belegen oder mich mit englischer Literatur zu beschäftigen.

Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, dass auch, wenn englische Literatur nicht in den Empfehlungen oder in der Beschreibung vorkommen, du nicht um englische Literatur herum kommst. Die meisten Lehrstühle wollen einen gewissen Anteil an englischer Literatur in der SA und BA sehen. Vor allem in der BA ist es m. E. unerlässlich.

Ich habe meine SA am Lehrstuhl Fließ gemacht und Hin-und-Her überlegt, ob ich es dort machen soll, denn dort war die Bearbeitung einer englischen Fallstudie Voraussetzung. Ich hatte einfach gehofft, dass ich mich aufgrund meines Berufes mit den Texten auseinandersetzen kann. So habe ich hinterher die Sachen eingescannt, per OCR ausgelesen und den Text in mehrere Übersetzungsprogramme im Internet rein kopiert. Mit den wenigen Englisch-Kenntnissen konnte ich so die meisten Zusammenhänge verstehen und einzelne Sätze musste ich dann noch einmal komplett mit Wörterbuch übersetzen. So habe ich es dann auch mit englischer Literatur in der SA und BA gemacht. Zumeist habe ich geschaut, ob irgendjemand die englische Literatur schon einmal verwendet hat und mir das dazu durchgelesen.

So hat es einigermaßen geklappt. War zwar teilweise ziemlich zeitaufwändig, aber anders eben nicht möglich. Also, auch ohne viele Englisch-Kenntnisse ist es irgendwie möglich.
 
Was eventuell sogar für engliche Texte spricht ist, dass die englische Sprache "komplizierte Sachverhalte" oft mit weniger Worten und einfacher ausgedrückt auf den Punkt bringt. Manche englische Texte lesen sich sehr viel leichter als die Deutschen.
 
@embi
Interessant. Aufgrund der modernen technischen Möglichkeiten lässt sich ein Sprachproblem heute natürlich viel leichter bewältigen als vor 20 Jahren. So hat man keine Wörterbuchschwarte neben sich liegen, sondern kann mit dem elektronischen Gerät jedes Wort in 3 Sekunden "nachschlagen". Alles andere wäre m.E. völlig absurd. Dennoch habe ich eine Frage zur Qualität der WWW-Übersetzungsprogramme. Ich dachte bislang, dass die bis zum heutigen Tage vollends unbrauchbaren Müll ausspucken. Hat auch hier die Technik einen rasanten Fortschritt gemacht? Also wie sieht die Übersetzung aus?
 
Man sollte sich bei den Übersetzungsprogrammen nicht nur ganze Sätze übersetzen lassen.
Warum? Weil dann für ein einzelnes Wort eine konkrete Übersetzung genommen wird, unabhängig ob die in dem Kontext auch passt oder nicht. Daher auch die einzelnen Worte übersetzen lassen, um die diversen "deutschen" Bedeutungen zu sehen.
 
Die Übersetzungen sind schon manchmal recht abenteuerlich ;-) hilfreich sind sie dennoch

Dem kann ich nur zustimmen. Bei schwierigen wissenschaftliche Texten gibt es einige Probleme, bei einfacheren Texten versteht man jedoch die Zusammenhänge. Auch wenn bei einigen Sätzen teilweise nur Mist rausgekommen ist (oder ein Wort völlig falsch übersetzt wurde und der Zusammenhang nicht mehr stimmte), konnte ich doch schauen, ob der Text für meine BA oder SA überhaupt relevant ist. Wichtig waren einige Schlagworte, die ich dann in dem Text ausfindig machen konnte. Anhand der Überschriften habe ich dann noch einmal den Abschnitt oder die Seite übersetzen lassen. Manchmal kam man dann nicht um eine 1:1 Übersetzung hinweg.

Wie gesagt, parallel habe ich dann bei GoogleBooks noch geschaut, ob irgendjemand diese Literatur schon verwendet hat, so dass ich mich auch etwas darauf stützen konnte. Manchmal gab es auch wissenschaftliche Artikel über diese Literatur oder Power-Point-Präsentationen.

In jedem Fall sehr viel zeitaufwändiger, aber durchaus machbar.
 
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