Klausuraufgaben Klausur SoSe 2026

Hochschulabschluss
Bachelor of Laws
Studiengang
Master of Laws
ECTS Credit Points
30 von 90
Für alle, die nach Klausuraufgaben in Rechtsgeschichte suchen: In der Klausur im Modul 55305 gab es diese vier Aufgaben:
  1. Das Marburger Programm Franz von Liszts sollte historisch eingeordnet und in seinen wesentlichen Inhalten dargestellt werden.
  2. Anschließend ging es um die Frage, wie Gedanken aus dem Marburger Programm während des Nationalsozialismus aufgegriffen bzw. instrumentalisiert wurden und welche Verbindung dabei zum Übergang vom Rechtsgüterschutz zu einem Täter- bzw. Gesinnungsstrafrecht bestand.
  3. Eine weitere Aufgabe behandelte Gustav Radbruch und die Radbruchsche Formel. Neben einer Erläuterung der Formel sollten zwei historische Anwendungsfälle genannt bzw. erläutert werden.
  4. Schließlich ging es um die strafrechtliche Aufarbeitung von NS-Verbrechen in der frühen Bundesrepublik: Gefragt wurde sinngemäß nach den Gründen dafür, dass die Verfolgung nach dem Übergang von den Alliierten auf die deutsche Justiz zunächst deutlich nachließ, sowie danach, wodurch sich diese Entwicklung später veränderte.
Persönlich fand ich die Auswahl etwas undankbar. Der Lernstoff des Moduls ist extrem breit: Man beschäftigt sich mit Privat-, Straf- und öffentlich-rechtlicher Rechtsgeschichte und arbeitet sich dabei durch einen sehr großen historischen Zeitraum bis in die Gegenwart. In der Klausur wurde dann ausschließlich Strafrechtsgeschichte geprüft, noch dazu aus einem vergleichsweise engen zeitlichen Ausschnitt. Wenn man z.B. das Marburger Programm nicht draufhatte, konnte man schon gar nicht mehr bestehen (50 % der Aufgaben).

Natürlich muss eine Klausur zwangsläufig Schwerpunkte setzen. Trotzdem fand ich es etwas schade, dass von der enormen Breite des Moduls letztlich so wenig abgebildet wurde.
 
Zurück
Oben