Allgemeine Infos Bitte um Erfahrungswissen

Wie geht man an dieses Modul ran?

Fallübungen zu finden, ist nicht ganz einfach und der Lehrstuhl bietet auch keine Fälle zum Üben.

Wie bereitet man sich am besten vor? Worauf sollte der Fokus liegen?

Ich versuche es zu vermeiden, ganze Skripte zu lesen, weil man ganz viel Theorie gelöst hat und hinterher keinen Fall lösen kann.
 
Hochschulabschluss
Erstes Staatsexamen Jura
Studiengang
Master of Laws
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50 von 90
Ich hatte das Kriminologieskript von Hemmer (daraus muss man natürlich nur den Jugendstrafrecht Teil lernen). Das hätte ich mir im Endeffekt – ex post betrachtet – auch sparen können. Bei mir damals war es eine reine StPO Klausur. D.h. es kam eine gutachterliche Prüfung eines Haftbefehls als Schwerpunkt der Klausur dran. Man musste also letztlich den dringenden Tatverdacht prüfen (also 100% materielles Strafrecht) und dann halt die Haftgründe und die Verhältnismäßigkeit. Dann kamen noch einige Fragen zu Beweisverwertungsverboten.

Im Vorfeld hatte ich mir das Fallbuch zum Jugendstrafrecht aus dem Verlag Springer, das wir über die Uni-Bib als E-Book kriegen, zu Gemüte geführt. Fallsammlung zu Kriminologie, Jugendstrafrecht, Strafvollzug | SpringerLink

Hätte ich mir halt auch sparen können. Mich hatte die Klausur echt auf dem falschen Fuß erwischt.
 
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StPO und mat. StrafR (!) - man muss sich bewusst sein, dass es doch zu einem großen Anteil eine "normale" Strafrechtsklausur in prozessualer Einkleidung ist.
 
Warum ist dringender Tatverdacht das materielle Strafrecht, das wir schon kennen? Ich weiß nicht, wie man einen dringenden Tatverdacht prüft.
 
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Dringender Tatverdacht aus Sicht der/s Polizei/Staatsanwaltschaft/Ermittlungsrichters ist quasi das Pendant des Schuldspruchs aus dem Strafurteil/Gutachten - der vermeintliche Täter ist somit noch nicht verurteilt (schuldig), sondern "nur" dringend verdächtig. Das prüft man aber letztlich genauso, wie die gewöhnliche Strafbarkeit des Täters. Nur dass dann der Obersatz eben nicht lautet: "A könnte sich einer Körperverletzung strafbar gemacht haben, indem [...]", sondern beim dringenden Tatverdacht: "A könnte einer Körperverletzung dringend verdächtig sein, [...]" Der dringende Tatverdacht ist dabei natürlich stärker als der "hinreichende Tatverdacht" (Voraussetzung für Anklage § 170 Abs. 1 StPO/Eröffnungsbeschluss des Hauptverfahrens § 203 StPO) und viel stärker als der sog. Anfangsverdacht (§ 152 Abs. 2 StPO, wichtig für Beschuldigten-Belehrungen und Co. § 136 StPO).
Man prüft da also bis auf den Obersatz die Strafbarkeit nicht anders als bisher im Studium...
Nur wenn man eben nicht mit einer integrierten kompletten StrafR AT/BT Klausur rechnet, dann wird man halt kalt erwischt (bestanden wars... aber für den SP hätte man sich eben doch ein paar Pünktchen mehr gewünscht). Und ich hatte ca. 10 Minuten den Sachverhalt nach dem Alter des Täters durchsucht... weil ich doch JugendstrafR schreiben wollte (Pustekuchen)
 
Ok, schon mal gut zu wissen. Wie siehst du das Verhältnis zwischen Jugendstrafrecht und Prozessrecht. Die Skripte sind ja wieder voll theoretischem Gelaber und man kann keinen Fall durch sie lösen.
 
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*hust* ...die FU-Skripte habe ich nicht gelesen.
Wie siehst du das Verhältnis zwischen Jugendstrafrecht und Prozessrecht.
Tja, nach nur einer geschriebenen Klausur kann ich die Gewichtung natürlich schlecht beurteilen. Dort war es 0% Jugendstrafrecht 0% Gelaber 100%igen Strafprozessrechtklausur (wobei eben 70% materielles StrafR (KV, gef. KV, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Schlägerei etc.) und 30% StPO (Auslandsbezug, Haftbefehl, Beweisverwertungsverbote) gewesen sein dürften)
 
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