Alte EA EA I Abgabetermin 23.10.2012

Der Belgarath

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Sankt Augustin bei Bonn
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Master of Laws
Nun, dann zitiere ich mich mal selbst von oben:
Ich würde wieder mit dem "traditionellen" Obersatz anfangen: "V könnte gegen K einen Anspruch auf Zahlung des Kaufpreises von 189,90€ aus § 433 II BGB haben."

Dann kann man wie immer fortfahren: "Dazu müsste ein wirksamer Kaufvertrag vorliegen"

Dann könnte man kurz historisch werden: "Zunächst lag ein wirksamer Kaufvertrag vor. (s. Aufg. 1)

Dessen Wirksamkeit könnte aber wieder verlorengegangen sein.

In Frage kommt ein Widerruf der K."


Oder: "Der Wirksamkeit des Vertrags könnte ein Widerruf der K entgegenstehen."

Weiter:

"Dann müsste die K ein vertragliches oder gesetzliches Widerrufsrecht besitzen und fristgerecht ausgeübt haben."

Ein vertragliches Widerrufsrecht ist nicht ersichtlich, aber ein gesetzliches.

Das kann man dann durchprüfen!

Es müsste also ein gesetzliches Widerrufsrecht geben.

In Frage kommt der Widerruf eines Haustürgeschäfts nach § 312 BGB.

Dazu müsste K eine Verbraucherin sein, die von einem Unternehmer in einer Situation des "Haustürgeschäfts" zu einem Vertragsschluß bestimmt worden ist.

Dazu müsste K zunächst Verbraucher sein <- durchprüfen

Ferner müsste V Unternehmer sein <- durchprüfen

Der Vertrag müsste anlässlich eines Haustürgeschäfts zustandegekommen sein <- durchprüfen

K müsste wirksam widerrufen haben.

Widerrufserklärung <- durchprüfen

Frist und Form <- durchprüfen

hier die Hürde: Frist nach § 355 BGB

Fristlauf? Belehrung? <- durchprüfen ->kein Fristende mangels Belehrung

Zugang des Widerrufs <- prüfen, unproblematisch

Folge des fristgemäßen Widerrufs? -> Unwirksamkeit des Kaufvertrags

-> Kein Anspruch, ausdieMaus! :-)
 

sammy

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Danke Dir!

Meine Aufgabe sieht recht ähnlich aus, nur seh ich bei mir keinen "roten" Faden, bei dir hingegen schon.
Auf unerfindliche weise klingt dein Vorgehen sehr logisch... mein klingt nur halb so logisch ;-)
 

Der Belgarath

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Wenn Du das gleiche oder ein ähnliches Schema hast, dann ist es auch logisch.

Den roten Faden sieht man, wenn man das öfter macht, durchaus. Am Anfang sieht man schon mal nur Bäume, aber keinen Wald. Nur Mut und Selbstvertrauen, dann klappt das auch! :thumbsup:
 
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@Sammy: Ich verstehe deine Verwirrung, mir geht es auch immer wieder so. Musste diesen Aufgabenteil auch 2x anfangen bis sich überhaupt sowas wie ein Schemata herausgestellt hat..
Das ist alles eine Frage der Übung denke ich.. Auch wenn es manchmal mühevoll ist immer wieder Fälle selbständig zu bearbeiten, anders werden wir es wohl nicht lernen..

Danke @ Der Belgarath, meine Lösung sieht deiner sehr ähnlich, also kann ich ja nicht soooo dermaßen daneben liegen. Habe mich lange mit der Frage nach dem Fernabsatzgesetz gequält, weil es mich irritiert hat dass der halbe Paragraph daraus bestand, aber das sollte vllt. gerade diesen Zweck erfüllen...
 

Der Belgarath

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@ Carolin88

Vorsicht - im § 312 BGB kommt der Fernabsatzvertrag überhaupt nicht vor!

Die § 312 a, b, c BGB etc. sind keine Bestandteile des Paragraphen 312 BGB, sondern völlig eigenständige Paragraphen, für die nur keine eigene Zahl der zur Verfügung stand, als sie nachträglich ins Gesetz eingefügt worden sind.

Wenn Du also in Literatur oder Skript einen Hinweis auf den Paragraphen xyz findest, so sind damit niemals auch gleich der § xyz a oder § xyz b mitgemeint!
 
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Achso, danke für den Hinweis :-)
Da habe ich wohl was falsch verstanden.
Ich bin mir am Ende meines Gutachtens nicht sicher, wie ich das mit dem fristgerechten Widerruf schreiben soll.

Ich habe erst geschrieben, dass ein fristgerechter Widerruf nicht standgefunden hat (natürl. im Gutachtenstil) und beim nächsten Punkt dann, dass der Widerruf aber nicht erloschen ist, weil sie ja nicht ordnungsgemäß belehrt worden ist.
Oder muss ich das gleich bei Prüfung des fristgerechten Widerrufs mit reinbringen? Ich habe es jetzt extra abgehandelt. Bin mir aber total unsicher..
 

Der Belgarath

Tutor und Forenadmin
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Das solltest Du in eine Prüfung packen.

"K müsste den Widerruf form- und fristgerecht ausgeübt haben."

Form lässt sich schnell durchprüfen, die stellt keine Herausforderung dar.

Dann:

"Der Widerruf müsste aber auch fristgerecht erfolgt sein."

Dann erwähnst Du die Regelfrist von 14 Tagen.

"Fraglich ist aber, ob und wann diese Frist zu laufen begann".

Dann machst Du das an der Widerrufsbelehrung fest und stellst heraus, daß der Fristlauf noch gar nicht begonnen hat.

Damit wird dann auch die Regelfrist von sechs Monaten nicht zur Geltung kommen, sondern explizit vom Gesetz angeordnet, daß die Frist überhaupt nicht erlischt.

"Damit konnte die K auch nach acht Monaten wirksam den Widerruf erklären."

Jetzt noch schnell den Zugang abprüfen und dann die Rechtsfolge anführen - fertig! :-)
 
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Der Anfang ist immer rel. einfach, das sitzt schnell, aber sobald es zu widersprüchlichen Erklärungen kommt od zu sowas bringt mich das voll aus dem Konzept..

Üben üben üben :D
 
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So, meine EA 1 ist abgeschickt nach Hagen. Nachdem ich alles jetzt 4 mal überarbeitet habe, habe ich nun den Mut gefasst und es abgeschickt. Jetzt heisst es bibbern bis die Antwort kommt.
Danke an alle Diskutierenden, ich finde das ist total hilfreich. Und viiiiiiiiiiiiiieln Dank Belgarath für die Tipps die Du uns gibst. ;-)
 

sammy

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Organisatorische Frage:

Schicke ich mit meiner EA wirklich "nur" das Deckblatt mit?
Und die Aufgabenstellung behalte ich hier?

LG Sammy
 

sammy

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Ok! Danke schön!

Wollte nur nicht riskieren, dass meine EA evtl. in einem falschen Stapel landet und keiner merkt es...;-)
 

Schnecke

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200 von 210
Ich habe mir eine Wordvorlage für die EAs erstellt mit Kopfzeile auf jeder Seite. Die nehme ich bei jeder neuen EA her, gebe den entsprechenden Text in die Kopfzeile einmal ein und das steht dann automatisch auf jeder Seite. In der Kopfzeile steht mein Name, meine Matrikelnummer sowie um welche EA es sich handelt (z.B. EA 1 Unternehmensrecht WS 2012/13). Sollte die EA jemals in einem falschen Stapel landen oder die Heftung versagen und Deckblatt und die einzelnen Seiten getrennt werden kann so zugeordnet werden um welche EA es sich bei meinem Geschreibsel handelt.
 

sammy

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@Schnecke,

das habe ich auch gemacht ;-) Irgendwie kann ja immer alles mögliche passieren (und ich wollte kein Risiko eingehen, manchmal bin ich feige...)

LG Sammy
 
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das mit der kopfzeile mach ich in zukunft auch!!! auf die idee hätte ich selbst kommen können. wäre es denn auch richtig wenn man eine seitenzahl als fußnote hat??? ich hab nämlich nicht in den formvorschriften gefunden.
 
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Hola!

hat vielleicht schon jemand von Euch ein Ergbnis von dieser EA zurückerhalten?
 
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Meinst Du?

Ich habe keinen Schimmer, wie lange sie für die Korrekturen benötigen. Erfreulich wäre es natürlich gewesen, wenn man sie zeitnah zurück hätte, damit man die gleichen Fehler (Anwendung Gutachtenstil) in der 2 und 3 EA nicht noch einmal macht.
 
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Meinst Du?

Ich habe keinen Schimmer, wie lange sie für die Korrekturen benötigen. Erfreulich wäre es natürlich gewesen, wenn man sie zeitnah zurück hätte, damit man die gleichen Fehler (Anwendung Gutachtenstil) in der 2 und 3 EA nicht noch einmal macht.
Da gebe ich dir natürlich Recht, dass es sinnvoller wäre diese vorher zurück zu erhalten. Im schlimmsten Fall, besteht man womöglich die EA´s nichts und kann das Semester noch einmal wiederholen :(

Aber es bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als uns an die Lösung in Moodle zu halten...
 
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Wir wollen ja nicht hoffen, dass "the worst case" eintritt. Insofern bleibt uns im Moment wirklich nichts anderes übrig als eine Tasse Tee zu trinken und sich mit der 3 EA zu vergnügen...
 

sammy

Tutorin
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Hallo zusammen,

ich habe meine erste EA gestern zurück erhalten. Bestanden! Eigentlich müsste ich überglücklich sein.
Leider ist gestern meine Oma gestorben, so dass die Freude noch nicht mal ein klein wenig da ist.
Und von dem Korrektor hätte ich mir ein wenig mehr erwünscht, da für mich nicht zu erkennen ist, warum mir Punkte fehlen.

LG Sammy
 

Der Belgarath

Tutor und Forenadmin
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Oh, das tut mir sehr leid zu lesen - mein herzliches Beileid, Sammy!

An unleserliche Kommentare und fehlende Gründe für Punktverluste muß man sich in Hagen leider gewöhnen, eine umfassende Korrektur, aus der das hervor geht, ist viel mehr die Ausnahme als die Regel.

Ein ganz kleines bißchen Stolz kannst Du dennoch sein, denn bei den ersten EA in BGB Ifallen üblicherweise sehr viele durch!
 
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Meine lag gestern im Briefkasten. Auch bestanden, aber enttäuscht über 60 % :-((
Naja.. Die Randkorrekturen waren kaum lesbar und mit Bleistift geschrieben. Bei Aufgabe 2 hat der Korrekteur geschrieben, dass ich den Gutachtenstil gut eingehalten habe und nur geringfügige Unklarheiten aufgetreten sind, dennoch habe ich da nur knapp über die Hälfte der Punkte. Unverständlich..
 

Der Belgarath

Tutor und Forenadmin
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Wenn es Euch tröstet: In meiner ersten EA BGB I hatte ich auch nur 50 Prozent, und das einzige, was ich vom wenigen Gekraxel des Korrektors überhaupt lesen konnte, war, daß er oder sie mir diese lediglich "mit Bedenken" zuerkannte ...
 
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